Görlitz, Luftaufnahme

Über die Neiße, den Grenzfluss zu Polen, geht der Blick über die Altstadt von Görlitz. Diese gehört zu den bedeutendsten Flächendenkmälern Deutschlands und ist zudem umgeben von geschlossenen Stadtquartieren aus den Gründerjahren. Die Stadtteile jenseits der Neiße bilden seit 1945 die polnische Stadt Zgorzelec. Die östlichste Stadt Deutschlands, die genau auf dem 15. Längengrad liegt, hat heute ca. 55.000 Einwohner.

Die erste Erwähnung des Ortes (1071) bezieht sich auf die Schenkung des slawischen Dorfes Goreliz an den Bischof von Meißen. Im Norden der heutigen Innenstadt entstand über dem Fluss eine Burg (rechts, neben der Peterskirche). Aus der günstig, am Übergang der Via Regia über die Neiße, gelegenen Kaufmannssiedlung erwuchs um 1200 die mittelalterliche Stadt. Ihr Zentrum bildete sich im Bereich des Untermarktes (Mitte). Noch im 13. Jahrhundert wurde sie erheblich erweitert, nun entstand das Quartier um den langgestreckten Obermarkt (Mitte links).

Das Stadtbild erhielt seinen einzigartigen Reiz nach dem Stadtbrand von 1525. Die vermögenden Bewohner konnten ihre Häuser in den folgenden Jahren wiederaufbauen. Das Ergebnis: eines der schönsten Ensembles von Renaissancebürgerbauten nördlich der Alpen. Mittendrin steht das turmgeschmückte Rathaus mit seiner berühmten Freitreppe.

In beherrschender Lage über dem Fluss erhebt sich die spätgotische Peterskirche. Zu ihren Füßen konnte 2004 die neue Altstadtbrücke eingeweiht werden.

Text: Elmar Arnhold

© Hajo Dietz | Aufnahmedatum: 08. August 2014 | Bildnummer: P08081544 | Zugriffe: 4362

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