Reichsburg Trifels, Pfälzerwald, Luftaufnahme

Oberhalb von Annweiler in Rheinland-Pfalz auf dem 494 m hohen Sonnenberg im südlichen Pfälzer Wald thront die alte Reichsveste Trifels in unmittelbarer Nachbarschaft ihrer zwei ruinösen Schwesterburgen Anebos und Scharfenberg. Die Burg Trifels wurde erstmals im Jahre 1081 urkundlich erwähnt und war ab 1113 für etwa zwei Jahrhunderte Reichsburg, auf der zwischen 1125 und 1298 mehrmals die Reichskleinodien aufbewahrt wurden und manch Gefangener einsaß. Der prominenteste war der englische König Richard Löwenherz, der nach seiner Gefangennahme bei Wien 1192 hierher gebracht wurde und erst zwei Jahre darauf nach Zahlung eines sehr hohen Lösegelds wieder freikam. Mit dem Ende der Stauferzeit verlor Trifels an Bedeutung und gelangte 1410 zum wittelsbachischen Herzogtum Pfalz-Zweibrücken. Nachdem 1602 die Anlage durch einen Blitzschlag weitgehend zerstört worden war, wurde die Burg 1635 endgültig verlassen. Erst im Jahre 1841 begann das Königreich Bayern mit Sanierungsarbeiten. Im Dritten Reich wurde 1938 der Pallas wiederaufgebaut und sollte eine “Nationale Weihestätte” werden. Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs endeten aber die Wiederaufbaumaßnahmen, erst ab 1954 wurde die endgültige Sanierung in Angriff genommen, die sich über zwanzig Jahre hinzog. Vom besteigbaren 32 m hohen Hauptturm, der 1966 fertiggestellt wurde, kann man eine herrliche Rundsicht genießen und die Sportkletterer an den Felsen unterhalb der Burg beobachten.

Text: Helmut Lindorfer

© Hajo Dietz | Aufnahmedatum: 02. September 2015 | Bildnummer: Q09021802 | Zugriffe: 3742

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