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Schloss Nordkirchen bei Coesfeld, Münsterland

Nahe der kleinen Ortschaft Nordkirchen im südlichen Münsterland steht die wohl bedeutendste barocke Schlossanlage Westfalens. Sie geht auf eine der typischen westfälischen Wasserburgen zurück. Diese war im 16. Jahrhundert zu einem Renaissanceschloss umgebaut worden und kam 1694 in den Besitz des Fürstbischofs von Münster, Friedrich Christian von Plettenberg.

Anfangs konzipierte der Bischof einen weitgehenden Umbau der vorhandenen Baulichkeiten. Ab 1703 wurde schließlich ein vollständiger Neubau nach Plänen des Baumeisters Gottfried Laurenz Pictorius errichtet, wobei niederländischen Architekten hinzugezogen wurden. Es entstand eine nach Süden offene und gestaffelte Dreiflügelanlage, die wie der Vorgängerbau von zweifachen Wassergräben (Gräften) umgeben ist. Die Fassadengestaltung mit Backstein und hellgelbem Sandstein ist regionaltypisch und deutlich von den Niederlanden beeinflusst.

Das Schloss markiert eine weit gespannte Nord-Süd-Achse, die sich im Norden, durch die Gräften unterbrochen, in einem rekonstruierten neobarocken Gartenparterre (Venusinsel) fortsetzt. Im Süden verläuft die Achse als Allee von 1 200 m Länge in Richtung Südkirchen. Quer zum Schlosshof befindet sich die im Bild nicht sichtbare Hauptachse des ursprünglich großzügigen Westgartens.

Text: Elmar Arnhold

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