Von Nordosten kommend durchfließt die Weiße Laber in zwei Armen, der Stadtlaber und der Werklaber, die oberpfälzische Stadt Dietfurt, die etwa 30 km nördlich von Ingolstadt im Altmühltal gelegen ist. Der staatlich anerkannte Erholungsort hat eine lange Geschichte. 1109 erstmals urkundlich erwähnt, wurde Dietfurt bereits 1416 Stadt genannt, seit 1305 gehörte es zu den Wittelsbachern.
Eine etwas kürzere Geschichte hingegen hat der Dietfurter Chinesenfasching, für den die Stadt weit über ihre Grenzen hinaus bekannt ist. Seit 1954 wird jedes Jahr am unsinnigen Donnerstag, dem letzten Donnerstag vor Faschingsdienstag, ein "Chinesischer Kaiser" gekrönt, der für die sechs Tage bis Faschingsende die Regentschaft über die Stadt übernimmt. Dabei wird ihm der Bürgermeister als Großmandarin direkt unterstellt. Das Fest, das jährlich Tausende von Besuchern anlockt, hat seine Wurzeln im 19. Jahrhundert. Damals verbargen sich die Dietfurter hinter ihren Mauern, als die Steuereintreiber des Eichstätter Bischofs auftauchten. Es hieß, die Bürger Dietfurts verschanzten sich wie die Chinesen.

Text: Helmut Lindorfer

© Hajo Dietz | Aufnahmedatum: 04. Mai 2012 | Bildnummer: M05040583 | Zugriffe: 2735

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