Kastl mit Kloster Kastl, Oberpfalz, Luftaufnahme

2.500 Einwohner zählt Kastl im Landkreis Amberg-Sulzbach, das 1323 die Marktrechte erhalten hatte. Der Ort in der heutigen Oberpfalz entstand unterhalb einer um 1100 von Benediktinern gegründeten Abtei. Das Kloster, das auf dem Areal einer mittelalterlichen Burg errichtet worden war, wurde eines der bedeutendsten Klöster des Reichs und wurde 1413 von Kaiser Sigismund sogar in den Reichsstand erhoben. Im 16. Jahrhundert allerdings begann der Verfall, es wurde 1556 aufgehoben. 1636 kam die Anlage nach der Gegenreformation in den Besitz der Jesuiten von Amberg, denen 1782 die Malteser folgten. Das endgültige Ende als Kloster kam 1803 mit der Säkularisation. Die Klosterkirche St. Petrus wurde zur Pfarrkirche, in die Klostergebäude zogen weltliche Behörden ein. Von 1958 bis 2006 hatte dann ein ungarisches Gymnasium in dem weitläufigen Komplex seinen Sitz, 2016 schließlich beschloss die bayerische Staatsregierung, in den verwaisten Baulichkeiten eine Fachhochschule der Polizei einzurichten. Kastl im reizvollen Lauterachtal ist heute ein beliebtes Touristenziel, eine der Attraktionen nicht nur für die Besucher ist die Mumie von Anna, einer Tochter Ludwigs des Bayern. Sie starb 1309 während eines Aufenthalts des Kaisers in Kastl, die Mumie kann in der ehemaligen Klosterkirche besichtigt werden.

Text: Helmut Lindorfer

© Hajo Dietz | Aufnahmedatum: 07. Mai 2016 | Bildnummer: R05071165 | Zugriffe: 3161

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