Nur wenige Besucher der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg wissen, dass Stuttgart neben dem bekannten Residenzschloss in der Innenstadt noch eine weitere große Schlossanlage besitzt.
Es ist das im Süden der Stadt gelegene Schloss Hohenheim, das Herzog Carl Eugen von 1772 bis 1793 errichten ließ. Bereits im Jahre 1100 taucht der Ort Hohenheim, damals noch Hohenach genannt, erstmals urkundlich auf. Über Jahrhunderte befanden sich dort die Gutsgebäude der Herren von Hohenheim bis Carl Eugen 1768 die Liegenschaft übernahm und sie ab 1772 zuerst zu einem kleinen Wasserschloss umbaute und schließlich ab 1782 ein weitläufiges Residenzschloss zu errichten begann, das aber nie ganz vollendet wurde. Der württembergische König Wilhelm I. war es, der dem Schloss Anfang des 19. Jahrhunderts eine neue Nutzung gab. Er gründete zusammen mit seiner Gemahlin Katharina die Landwirtschaftliche Unterrichts- Versuchs- und Musteranstalt, die noch heute in der Staatsschule für Gartenbau und Landwirtschaft fortlebt. Den Großteil der Schlossanlage aber beansprucht die Universität Hohenheim, die im Bereich Agrarwissenschaften führend in Deutschland ist. Nicht zuletzt zieht ein bekanntes Sternerestaurant die Freunde des Genusses an, das in der 1918 errichteten Mensa, die damals Speisemeisterei hieß, eingerichtet wurde.

Text: Helmut Lindorfer

© Hajo Dietz | Aufnahmedatum: 18. Juni 2013 | Bildnummer: N06180796 | Zugriffe: 1870

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